Industrie- und fortgeschrittene Entwicklungsländer sollen ihre Treibhausgasemissionen deutlich reduzieren und dabei keine Zeit verlieren. Das hat EU-Umweltkommissar Stavros Dimas nach Veröffentlichung des jüngsten Berichts des UN-Klimarats gefordert. Der dritte Teil des vom Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) herausgegebenen Berichts bestätigt die Einschätzung der Kommission, nach der Treibhausgasemissionen bereits in den nächsten 15 Jahren spürbar zurückgehen müssen, um katastrophale Folgen der Erderwärmung zu verhindern. Bis 2050, so fordert die Kommission, müssten die weltweiten Emissionen auf die Hälfte des Wertes von 1990 gesenkt werden.

EU-Umweltkommissar Dimas betonte, die Technologien und politischen Rahmenregeln für eine signifikante Verminderung der Treibhausgase existierten bereits. Es gebe also „keinerlei Entschuldigung für ein Hinausschieben“. Dimas sagte, das Ziel müsse es sein, die globale Erwärmung auf maximal 2 Grad Celsius zu begrenzen. Darüber hinaus forderte er andere Länder auf, sich ehrgeizige Ziele zu setzen: „Auf der nächsten UN-Regierungskonferenz im Dezember muss der Anstoß für ein neues globales Klimawandelabkommen gegeben werden.“

Am jüngsten Weltklimabericht des IPCC haben etwa 2500 Wissenschaftler aus aller Welt mehrere Jahre lang gearbeitet. Der dritte und letzte Teil des UN-Reports beschäftigt sich mit den möglichen Maßnahmen gegen den Klimawandel. Er kommt unter anderem zu folgenden Ergebnissen:

  • Ohne Gegenmaßnahmen werden die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 25 bis 90 Prozent steigen. Den größten Anteil hieran hat der Verkehrssektor. Für diesen Anstieg werden zwar hauptsächlich die Entwicklungsländer verantwortlich sein, aber der Pro-Kopf-Ausstoß wird 2030 in den entwickelten Ländern weiterhin deutlich höher liegen.
  • Wenn die globale Erderwärmung auf 2 Grad Celsius begrenzt werden soll, müssen die Treibhausgasemissionen bis 2050 halbiert werden. Dieses Ziel lässt sich bis 2030 mit Kosten in Höhe von weniger als 3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) erreichen. Das entspricht nur einem Bruchteil des allgemeinen Wachstums im selben Zeitraum.
  • Mit Senkung der Treibhausgasemissionen gehen auch die Luftverschmutzung und damit die Gesundheitskosten zurück, Energiesicherheit und Beschäftigung dagegen steigen.
  • Emissionen in einem Umfang von sechs Gigatonnen CO2 – mehr als sämtliche Jahresemissionen der EU – ließen sich ohne jede Kosten durch weniger verschwenderische Praktiken vermeiden. Dies gilt vor allem im Bausektor. Einsparpotenzial ist aber auch bei der Energieversorgung, im Verkehr und in der Industrie vorhanden.
  • Es bedarf stärkerer Anreize, um neue Technologien zur Emissionsvermeidung zu erforschen und in der Praxis auch anzuwenden. Ein solcher Anreiz wäre die Festsetzung eines Kohlenstoffpreises, etwa über Abgaben oder handelbare Lizenzen.

Quelle ec.europa.eu

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